Geschichte

Von der Gründung bis zur Gegenwart

Am 20. Februar 1932 wurde im Gasthaus „Zum Hirsch“ die Musikkapelle Ottersheim aus der Taufe gehoben. Damals schlossen sich 16 junge Männer zu einem Musikverein zusammen, dessen Zweck und Ziel es war, einfache Blasmusik zu pflegen, um dadurch zur Verschönerung weltlicher und kirchlicher Feierlichkeiten beizutragen. Die Idee zur Gründung eines Musikvereins kam von Fritz Steegmüller, der als Junglehrer auswärts angestellt war und an den Wochenenden als Dirigent die musikalische Ausbildung in Ottersheim übernahm. Nur durch große persönliche Opfer war es in diesen Zeiten möglich, eine Kapelle ins Leben zu rufen. So mussten die ersten Mitglieder nicht nur das Notenlesen und Instrument spielen lernen, sondern selbst das nötige Geld zur Beschaffung der Instrumente aufbringen.

Die 16 Gründungsmitglieder des Musikvereins waren:

Fritz Steegmüller, Markus Benz, Ferdinand Benz, Leo Benz, Ludwig Gaab, Jakob Gadinger, Clemens Kröper, Franz Anton Kröper, Ludwig Kramer, Otto Kreiner, Alois Messemer,Emil Ößwein, Hugo Steegmüller, Ludwig Steegmüller, Karl Wünschel, Ludwig Wünschel

Bei der Gründungsversammlung wurden Hugo Steegmüller als erster und Markus Benz als zweiter Vorsitzender gewählt.

Kurze Zeit später ergänzten Franz Kröper mit einem Schlagzeug und Heinrich Bischoff mit einem weiteren Blasinstrument die Kapelle. Der kinderlose Landwirt Valentin Seither erleichterte die Anschaffung von Instrumenten mit einem größeren Geldbetrag.

Bereits drei Wochen vor der Gründungsversammlung – am 31. Januar 1932 – hatte die Kapelle ihren ersten Auftritt. Auch wenn die Musikstücke nicht immer sauber intoniert waren, fanden sie doch den ungeteilten Beifall der Dorfbewohner.

Es dauerte nicht lange, bis die Kapelle einen festen Platz im örtlichen Leben eingenommen hatte. Bei Festlichkeiten und Veranstaltungen der anderen Dorfvereine, beim Sommertagszug und bei Bällen war die Musikkapelle nicht mehr wegzudenken. Die Mitwirkung bei kirchlichen Festen wie Weißer Sonntag, Fronleichnam oder Allerheiligen wurde allerdings im Dritten Reich von den Parteiinstanzen mit Misstrauen beobachtet. Einer Auflösung der Kapelle konnte man schließlich dadurch ausweichen, dass Lehrer Foltz den Vorsitz übernahm.

Im Jahre 1936 konnten durch Ludwig Steegmüller 12 junge Männer geworben werden, die bereit waren, ein Blasinstrument zu erlernen. Diese machten bald erfreuliche Fortschritte und konnten nach und nach die älteren Spieler ablösen.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 kam das Musikleben fast zum Erliegen, da ein großer Teil der Musiker zum Kriegsdienst einrücken musste. Doch stellte der wegen einer schweren Verwundung als kriegsuntauglich in die Heimat entlassene Ludwig Steegmüller die Kapelle wieder neu auf. Mit ein paar jungen Männern, die noch nicht wehrpflichtig waren, begann im Jahre 1942 der Wiederaufbau der Musikkapelle (einer dieser Gruppe, nämlich Ludwig Störtzer, ist bis zum heutigen Tage – d.h. 65 Jahre – noch aktiv in der Oldiekapelle). Neun Bläser waren aus dem Krieg nicht mehr zurückgekehrt.

Einen spürbaren Aufschwung erlebte die Kapelle, als im Jahre 1951 Hans Gensheimer die Dirigentenstelle übernahm und in Oskar Kröper einen rührigen 1. Vorsitzenden fand. Der Musikverein erfreute sich ab diesem Zeitpunkt einer stetig steigenden Beliebtheit. Waren es beim 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1957 noch 19 aktive Mitglieder so sind es 50 Jahre später im Jahre 2007 bereits 54. Dank der damals einsetzenden kontinuierlichen Jugendarbeit ist es bis dato gelungen, den Verein vor Nachwuchssorgen zu bewahren.

Als im Jahre 1968 Berthold Feldmann den Dirigentenstab übernahm, brach für den Verein eine neue musikalische Ära an. Ab sofort stand die volkstümliche Blasmusik im Vordergrund. Die Kapelle war in der Lage, ein musikalisches Unterhaltungsprogramm über mehrere Stunden zu gestalten. Damit wurde der Musikverein immer stärker nachgefragt und die Zahl der Auftritte stieg deutlich an. Bis dahin spielte man neben den örtlichen Veranstaltungen noch bei ein bis zwei auswärtigen Musikfesten auf. Nun war der Musiker von Fasching bis Martinsumzug laufend unterwegs, um sowohl bei geselligen Veranstaltungen als auch bei Prozessionen und sonstigen Feierlichkeiten mitzuwirken. Doch auch die Arbeit an der konzertanten Blasmusik wurde nicht ganz vernachlässigt. Dies belegen die guten Ergebnisse bei der Teilnahme an zwei Wertungsspielen in Neustadt und Weingarten/Baden. Die durch die Unterhaltungsmusik eingespielten Honorare bildeten aber fortan das finanzielle Fundament unseres Musikvereins, welches Jahr für Jahr zur Aufrechterhaltung der Vereinstätigkeit benötigt wird. Das Geld verwenden wir insbesondere für die mittlerweile in Eigenregie durchgeführte Jugendarbeit, den Instrumentenkauf und die Notenbeschaffung.

Im Jahre 1983 wurde Walter Burkard der fünfte Dirigent des Musikvereins. Er übernahm den Dirigentenstab nach 16-jähriger Tätigkeit von Berthold Feldmann. Walter Burkard hatte sich mit der Durchführung eines Lehrgangs für unseren musikalischen Nachwuchs und einen Dirigentenlehrgang auf seine neue Verantwortlichkeit intensiv vorbereitet. Da Walter Burkard seit 1962 selbst als aktiver Musiker dem Verein angehörte, wusste er die Musiker richtig zu nehmen. Es gelang ihm zum einen, das musikalische Spektrum deutlich zu erweitern. So wurden in den Jahreskonzerten verstärkt Bearbeitungen klassischer Komponisten und moderner Werke vorgetragen. Zum anderen trugen die Probewochenenden sowie die zahlreichen Vorträge in Kleingruppen – meist zu kirchlichen Anlässen – zur Verbesserung der Tonkultur der Musiker bei. Doch auch die volkstümliche Blasmusik kam bei Walter Burkard nicht zu kurz. Vielmehr wurde die Anzahl an Auftritten in seiner Amtszeit noch intensiviert. 2003 konnte Walter Burkard das 20. Jahr seiner Dirigententätigkeit begehen. Das Jubiläum wurde gebührend mit einem unvergesslichen Konzert sowie einer Ehrung durch den Kreismusikverband begangen.

Im Jahre 2006 wanderte der Dirigentenstab der Tradition folgend erneut an einen Vereinsmusiker. Walter Burkard übergab die musikalische Verantwortung an den 23-jährigen Rolf Kaiser, der bereits seit 1991 im Musikverein Ottersheim musiziert. Er absolvierte einen Chorleiterlehrgang beim Bischöflichen Kirchenmusikalischen Institut in Speyer erfolgreich. Daneben engagiert sich Rolf Kaiser im Verbandsjugendorchester des Kreises Germersheim sowie dem Kreisjugendorchester Südliche Weinstraße. Weitere musikalische Erfahrung sammelte er bei den „Reblaus Musikanten“. Als ersten Meilenstein seiner Dirigentenlaufbahn kann das Jubiläumsjahr 2007 bezeichnet werden, da die Vorbereitung und Durchführung zahlreicher Veranstaltungen zu bewältigen sein wird.

Auch die Funktion des 1. Vorsitzenden wurde mehrere Male neu vergeben.

Im Jahre 1961 übernahm Fritz Steegmüller das Amt des 1. Vorsitzenden, welches er aber ein Jahr später wieder abgab, weil er nach Offenbach umsiedelte.

Als sein Nachfolger wurde Hans Dörzapf bestimmt, der das Amt über 23 Jahre von 1962 bis 1985 innehatte. Hans Dörzapf begann im Jahre 1964 verstärkt mit der Anwerbung von passiven Vereinsmitgliedern, so dass der Verein zum Ende seiner Amtszeit ca. 200 Mitglieder aufweisen konnte.

Sein Nachfolger wurde 1985 Hans Kreiner, der schon seit 1973 als 2. Vorsitzender fungierte. Er übergab bereits vier Jahre später das Amt an Gerhard Kreiner, welcher den Verein zwischen 1989 und 1993 vertrat. Von 1993 bis 1997 übernahm Hans Kreiner erneut die Verantwortung für den Musikverein. In seiner 2. Amtsperiode als 1. Vorsitzender stemmte er u. a. die umfangreiche Organisation der mehrtägigen Reise zu unseren Freunden der „Frohsinn-Kapelle“ aus Dallas/Texas.

Seit 1997 führt Winfried Stadel den Musikverein. In seiner Amtszeit fand unsere zweite große Auslandsreise statt. Die Reise führte uns nach Prag und in das mährische Dorf Damboriĉe. Des Weiteren initiierte er zum Jahrtausendwechsel unser erstes „Internationales Musikfestival“ unter Beteiligung von Kapellen aus Frankreich, Tschechien und den USA.